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Bergkirche Historisches

Das Bauwerk

Eleonore von Sauberskirchen, verwitwete Rödderstahl, Besitzerin der Herrschaft Rodaun, ließ die Kirche in den Jahren 1739 bis 1745 errichten. Das Gebäude, eine reine Barockkirche, steht auf einem künstlichen Plateau von etwa 12m Höhe auf mächtigen Fundamentpfeilern. Der Wiener Baumeister Johann Enzenhofer (1687-1755) entwarf die Pläne und führte den Bau aus.

Die beiden großen Steinfiguren neben dem Turmansatz stellen die Hl.Katharina (links) und die Hl.Barbara (rechts) dar. Die gerade Fläche der Turmfassade wird durch den 1905 nach einem Entwurf von Architekt Richard Merz errichteten Vorbau unterbrochen. Über dem Chorfenster ist das Wappen des Burgherrn Philipp Ritter von Rödderstahl (gest. 1736) zu sehen. Die neue Uhr versetzte man nach oben unter den Turmhelm, der 1905 erhöht worden war. Die Gesamthöhe der Turmfassade beträgt 35m, die Breite 12m, die Länge der Seitenfassade misst 23m. Die Kirche ist ost-west-orientiert.

Erwähnenswert sind auch die beiden großen Steinfiguren, die den Kirchenbereich beim Aufgang abgrenzen: der Hl.Josef mit dem Jesuskind und der Hl.Florian.

Bergkirche
 
Der Innenraum

Die Kirche ist ein Zentralbau, der von einer Kuppel überwölbt ist. Die Wände sind durch Pilaster gegliedert.
An der Westseite trägt ein geschweifter Bogen die Orgelempore, zu der der Stiegenaufgang nahe dem Eingang führt; über den Orgelraum erreicht man Uhrwerk und Glockenstube.
Zu beiden Seiten des Presbyteriums sind die kunstvoll gestalteten Oratorienwände zu beachten. Unter den Oratorien befinden sich links die Sakristei und der Aufgang zur Kanzel; der rechte Raum wurde zu einer kleinen Kapelle umgestaltet, in der die sogenannte "Stelzer Madonna" einen geeigneten Platz fand. Es handelt sich um eine Sandstein-Statue der Immaculata. Stelzer
Seitenaltar

Den Altarraum begrenzen, leicht hervorgerückt, Kanzel und Nepomuk-Altar.

Beide sind reich verziert und in der Gestaltung aufeinander abgestimmt. Die Glasvitrine auf dem Nepomuk-Altar birgt abwechselnd eine kleine Madonna aus dem Grödnertal, eine Pietà oder den Auferstandenen Christus. Vor der Vitrine steht zu Marienfestzeiten eine große, holzgeschnitzte, farbig gefasste Marienstatue, die 1988 vom Südtiroler Holzschnitzer Peter Staffler geschaffen wurde.
Der Taufstein aus Salzburger Marmor unter der Kanzel ist ein Geschenk von Franz von Mack aus dem Jahre 1783 anlässlich der Pfarrerhebung der Kirche.

Der Unterbau des Hochaltars in Form eines Sarkophags entspricht dem Grab eines Märtyrers. Auf der Leuchterbank steht der schöne Tabernakel, auf dessen Türe der gekreuzigte Christus dargestellt ist. Hochaltar
Maria Hilf Hinter dem Aussetzungsthron des Tabernakels unterhalb des Hochaltarbildes ist das Muttergottesbild "Maria-Hilf" zu sehen, das die Gottesmutter mit dem Jesuskind darstellt; beide gekrönt mit einer aus der Bildfläche plastisch hervortretenden Goldkrone.
Oberhalb von Altar und Altarbild ist ein Hochrelief angebracht: Gott Vater vor einem Strahlenkranz, umgeben von Wolken und Putten. Gott
Altarbild Hl. Familie Maria und Familie

Besonders zu beachten sind drei große Bilder:
Das Altarbild mit der Taufe Christi durch Johannes (Johannes der Täufer ist der Kirchenpatron) stammt - wie auch die großen Seitenbilder - von dem bekannten Südtiroler Maler Michael Angelo Unterberger (1695-1758).

Das linke Wandgemälde stellt die Heilige Familie dar, das rechte Maria als Kind mit Mutter Anna und Vater Joachim.

Im Kriegsjahr 1943 erwarb Pfarrer Rudolf de Marchi den "Kreuzweg", eine Reliefreihe, hergestellt von dem Wiener Bildhauer Angelo Bortolotti. Blickt man vom Altarraum zur Orgel, beeindruckt ein farbenprächtiges Glasfenster aus dem Jahr 1955, in dessen Mittelpunkt die Hl.Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik, dargestellt ist.

Die kleine Madonna in der Vitrine ist die Grödner Madonna und die große heißt im Buch von Hildegunde Suete-Willer Mai-Madonna.

Grödner Madonna Mai-Madonna
 
Renovierungen

1905 erhielt die Kirche eine neue Orgel mit einem stilgerechten Gehäuse. Anlässlich der Innenrenovierung 1941-1942 wählte man für den Kirchenraum wieder die Farben weiß und gold.

1972 wurde der Volksaltar nach einem Entwurf von Architekt Paul Katzberger errichtet.

1980-1986 fanden eine vollständige Renovierung des Innenraumes sowie notwendige Außenreparaturen statt.

Anlässlich des Jubiläums zum 250 jährigen Bestehen der Bergkirche Rodaun im Jahre 1995 wurde die Außenfassade renoviert; der Altarraum wurde stilgerecht in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Renovierung des Pfarrhofes wurde 2000-2001 vorgenommen.

Im Winter 2009/2010 fand eine sehr umfangreiche Innenrenovierung der Kirche und Ende 2010 eine Innenrenovierung im Pfarrhof statt.

 
Kirchenplatz

Sehenswert sind die beiden besonders schönen Bildhauerarbeiten auf dem Kirchenplatz: Die Bronzestatue des Auferstandenen Christus von 1881 und die Pietà, von Richard Kauffungen 1937 gewidmet, an der Südseite der Kirche, sowie das schlichte Denkmal für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

2007 wurde der gesamte Kirchenplatz mit kleinen Pflastersteinen und die Wiese unter den Bäumen mit einem neuen Rasenteppich belegt. Ab 2009 pflanzt das Stadtgartenamt jedes Jahr frische Blumen beim Kriegerdenkmal und bei der Pietà.